Autor Thema: Tradition 2: Yawar Fiesta  (Gelesen 3177 mal)

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Offline Ebony

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Tradition 2: Yawar Fiesta
« am: 14. Februar 2013, 20:59 Uhr »
In kleinen, abgelegenen Dörfern in den peruanischen Gegenden um Cuzco und Apurimac wird jedes Jahr die Fiesta Yawar, syn. Toro Pucllay, gefeiert – zu deutsch: Das Blutfest.

Das erste Mal fand dieses Fest am 15.Juli 1560 im Rahmen der Fiesta del Patrón Santiago in Qosqo statt. Von dort aus breitete sich der Brauch in Peru zügig in Richtung Norden aus und erfreut sich seitdem überall großer Beliebtheit bei der menschlichen Bevölkerung.
Doch was ist die Fiesta Yawar? Hauptakteure neben dem Menschen sind ein Stier und ein Condor. Der Stier wir extra für das Spektakel gezüchtet, der Condor muss dafür aus der Natur gefangen werden. Dafür gibt es zwei Methoden. Für die eine legt man in Gegenden, wo Condore vorkommen, ein totes Pferd oder Muli auf einen gut einsehbaren Platz. Nach einer gewissen Zeit tauchen ein oder mehrere der Vögel auf und machen sich daran, das Aas zu fressen. Da Condore nicht jeden Tag Aas finden, fressen sie bei Gelegenheit so viel sie können. Nach einer derartigen Mahlzeit haben sie jedoch Schwierigkeiten zu fliegen. Das nutzen die Indigenos aus, indem sie sich aus ihren Verstecken heraus auf einen Vogel stürzen und ihn einfangen. Für die andere Methode wird ein Loch gegraben, in das sich ein Freiwilliger hockt. Nun wird das Loch locker mit Ästen abgedeckt und ein Stück Aas darauf gelegt. Sobald ein Condor auf der Falle landet, wird er von unten gepackt und seine Beine gefesselt. Anschließend wird er ins Dorf getrieben.




Dort wird er mit verschiedenen Zeremonien 'geehrt' und es wird ihm reichlich Wein und Rum verabreicht, bis das Tier sturzbetrunken ist.
Am Hauptfeiertag wird auf dem Hauptplatz des Dorfes ein Kampfring aufgebaut. Nun wird der Vogel mit seinen Füßen auf dem Rücken eines Stieres festgebunden und dieser in die Arena entlassen, um die sich die Dorfgemeinschaft gutgelaunt versammelt hat.

In Panik versucht sich der Condor zu befreien, wobei er auch mit dem Schnabel in den Rücken des Bullen hackt. Es muss nicht erwähnt werden, dass die tiefen, blutenden Wunden dem Stier große Schmerzen verursachen und er sich seinerseits von seinem Schicksalsgenossen zu befreien versucht.

      

Da es gegen die Regeln verstößt, wenn der Stier (während der Festivitäten) stirbt, wird der Kampf nach 15 Minuten abgebrochen.

Wozu das Ganze?
Durch das Spektakel wird angeblich der Hunger des Condors, der in Peru die Verbindung zwischen Himmel und Erde verkörpert, befriedigt. Der Vogel wird deshalb am  folgenden Tag wieder in die Natur entlassen...
Am Stier wird durch die Fiesta Yawar symbolisch Rache an den Conquistadores und Spaniern genommen, die seinerzeit Bullen von Spanien nach Lateinamerika einführten.

Quelle: http://latinotimes.com/latinos/43105-peru-as-andean-condors-decline-tradition-draws-critics.html


Hier ist noch ein Video zu diesem Thema. Aber Vorsicht, es zeigt die Realität - wenn auch nicht in voller Länge:
http://www.guardian.co.uk/environment/video/2013/jan/30/condor-bull-festivals-peru-video

"Tiere können nicht für sich selbst sprechen. Und deshalb ist es so wichtig, dass wir als Menschen unsere Stimme für sie erheben und uns für sie einsetzen."
Gillian Anderson

Das kann jeder, den diese Grausamkeiten nicht kalt lassen, mit seiner Unterschrift hier tun. 




Die Welt ist kein Machwerk und die Tiere sind kein Fabrikat zu unserem Gebrauch.
Nicht Erbarmen, sondern Gerechtigkeit ist man den Tieren schuldig.

Vielen Dank von