Autor Thema: Computerspiele und deren Auswirkungen - eine (alte) Debatte  (Gelesen 2522 mal)

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Nescius

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Computerspiele und deren Auswirkungen - eine (alte) Debatte
« am: 09. Februar 2012, 13:18 Uhr »
[Dieser Thread wurde nicht von mir erstellt, sondern aus diesem Thema abgekoppelt.]

Nein. So meinte ich das nicht. Computerspiele machen Menschen nicht Mördern oder Tierquälern.
Aber sie führen zur Abstumpfung und verändern das Verhältnis des Menschen zu den Menschen und/oder den Tieren zumindest.
« Letzte Änderung: 09. Februar 2012, 14:38 Uhr von Nescius »


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Offline PinkiePie

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Re: Re: Gebt eure Stimme denen, die sie brauchen! Werdet Peta Aktivisten !
« Antwort #1 am: 09. Februar 2012, 13:23 Uhr »
Ich denke eher, dass jede Art von Fiktion nur auf fruchtbaren Boden fallen kann, wenn der Boden eben schon fruchtbar ist...

Wenn Dir klar ist, dass Fiktion nicht Realität ist und das 2 vollkommen verschiedene Handlungsebenen sind, dann wird sich vielleicht in der Fiktion Dein Verhältnis zu einigem abstumpfen, aber nicht in der Realität.
Ich hatte z.B. anfangs meiner Zockerei eine leichte Aversion dagegen auch mal einen bösen Charakter zu spielen. Heute opfere ich meinen virtuellen Ehemann einer Sekte auf dem Folterrad ohne Probleme, wenn ich grade böse bin... Aber meine Abstumpfung ist eben nur medienimmanent und nicht grundsätzlich.
Edit 2: Wichtig zu sagen ist im Nachhinein hier noch, dass das natürlich nur meine Beobachtungen an mir sind und die deshalb alles andere als Objektiv sein müssen. Außerdem bin das ja auch nur ich ;) Das kommt beim Lesen irgendwie so rüber als würde ich mich als Maßstab für alle nehmen, was ich aber nicht möchte oder auch so sehe... Also zusammenfassend: Obiges ist meine Alltagsempirie, die nicht besonders aussagefähig oder sonst etwas ist.


Edit:
Oder um es mal mit einer befreundeten Verhaltentherapeutin zu sagen: Die Zahl der Kinder, die zu mir kommen, in dem Glauben sich irgendwie in der Realtität der Harry-Potter-Romane und/oder -Filme zu befinden, ist seit Harry Potter ein Erfolg ist, sehr stark angestiegen. Aber diese Romane und Filme sind nicht die Ursache der Störungen der Kinder, sondern nur ein guter Wegbereiter, wenn sowieso grundsätzlich etwas schief gelaufen ist.
« Letzte Änderung: 09. Februar 2012, 14:23 Uhr von PinkiePie »
Das Glück, das dir am meisten schmeichelt,
betrügt dich am ehesten.

Franz Kafka

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Offline funky

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Re: Re: Gebt eure Stimme denen, die sie brauchen! Werdet Peta Aktivisten !
« Antwort #2 am: 09. Februar 2012, 13:33 Uhr »
Diese Aussage ist so, wie sie da steht, denke ich, nur bedingt haltbar und ist gerade eine Frage des Alters (hat der (junge) Mensch schon gelernt, Realität und virtuelle (ungleich unechte) auseinanderzuhalten), das ja mit einer gestiegenen geistigen Reife einhergehen sollte.
Computerspiele können aggressiv machen, ja, aber Mörder oder Tierquäler machen sie, da bin ich ziemlich sicher, aus normalen Menschen nicht. Mit welchem Gedanken ich mich anfreunden könnte, wäre, dass gestörte Menschen in Spielen Ideen zur Umsetzung finden könnten. Hier reden wir aber wirklich von kaputten Psychos und nicht vom Nor-M-enschen.

Werde mich dem demnächst nochmal annehmen, wenn mehr Zeit meine Computerspiel-Theorie/Psychologie-Bücher nochmal zu konsultieren, vielleicht findet sich da ja noch was explizit zu dem Thema...

Ahja: In meiner jahrelangen WoW-Zockerzeit habe ich unendlich viele Ratten, Schafe, Rehe, Spinnen, Hoppelhäschen und Orks getötet, halt alles, was man so an putzigen Kleintieren kennt. Und ich tue sowas dennoch nicht in echt.
Sogar dabei empfand ich ein schlechtes Gewissen teils, was aber nicht verwunderlich ist.

edit: Pinkie war schneller, schöner Beitrag, das meinte ich.  :korrekt:


Ralik

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Re: Re: Gebt eure Stimme denen, die sie brauchen! Werdet Peta Aktivisten !
« Antwort #3 am: 09. Februar 2012, 13:36 Uhr »
Ok, wird jetzt OT, aber kann ja eventuell verschoben werden:

Bin da so etws zwiegespalten. Einerseits glaube ich, dass eine gewisse Abstumpfung, gerade gegenüber extremen visuellen Reizen, entstehen kann, andererseits hat es immer brutale Fiktion, gerade für Kinder, gegeben.

Eltern setzen ihre Kinder aus Armut zum Verhungern im Wald aus, die werden von einer psychopathischen Menschenfresserin aufgenommen, der sie nicht einfach nur entkommen, nein, sie töten sie und freuen sich auch noch über den Mord (Hänsel und Gretel). Kindern Märchen vorzulesen, finde ich sehr unangenehm, auch wenn sie normalerweise ein Bewusstsein dafür haben, dass es sich um Fiktion handelt.

Ich halte es nicht für völlig ausgeschlossen, dass Hemmschwellen durch extreme und wiedeholt empfangene äußere Reize leichter fallen können.

Edit: So, funkys Beitrag noch gelesen ;).
Ich glaub nicht, dass man durch exzessives Computerspielen etwas tut, das man im RL ablehnt, nur, dass, wenn schon eine gewisse Neigung da ist, die verstärkt oder erst ausgelöst werden kann, dass z.B. eigentlich phantasie- und antriebslose potenzielle Täter erst auf Ideen kommen...

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Offline Hannes Benne

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Re: Re: Gebt eure Stimme denen, die sie brauchen! Werdet Peta Aktivisten !
« Antwort #4 am: 09. Februar 2012, 14:17 Uhr »
Zitat
Ahja: In meiner jahrelangen WoW-Zockerzeit habe ich unendlich viele Ratten, Schafe, Rehe, Spinnen, Hoppelhäschen und Orks getötet, halt alles, was man so an putzigen Kleintieren kennt. Und ich tue sowas dennoch nicht in echt.
Sogar dabei empfand ich ein schlechtes Gewissen teils, was aber nicht verwunderlich ist.

Ich habe auch WOW, CS usw. gespielt und dennoch bin ich Kriegsdienst- (und Zivildienst-) Verweigerer, lebe vegan, ...
Lebe also soweit wie möglich gewaltfrei.

Allerdings lässen sich aus persönlichen Erfahrungen nicht unbedingt allgemeinen Aussagen ableiten. So haben Fernsehen und Computerspiele mMn schon negative Einflüsse, auch auf die Gewaltbereitschaft; selbst wenn nicht jeder der CS zockt zum Mörder wird. Eine Zusammenfassung von interessanten Studien zu dem Thema findet sich z.B. in "Lernen: Gehirnforschung und die Schule des Lebens" von Manfred Spitzer.
http://abolitionismus.de/ - Tierausbeutung abschaffen statt reformieren

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Offline Jule86

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Re: Re: Gebt eure Stimme denen, die sie brauchen! Werdet Peta Aktivisten !
« Antwort #5 am: 09. Februar 2012, 14:29 Uhr »
Ich habe auch WOW, CS usw. gespielt und dennoch bin ich Kriegsdienst- (und Zivildienst-) Verweigerer, lebe vegan, ...
Lebe also soweit wie möglich gewaltfrei.

Da kann ich mich auch einreihen.
Computerspiele sind außerdem nicht das einzige, wo sich potentielle Täter Anregungen holen können. Filme, Bücher, oder ganz reale Verbrechen können ebenso dazu dienen. Und nebenbei, ganz legal kann man sich das Gemetzel auch im Schlachthaus anschauen.
"Nichts in der Geschichte des Lebens ist beständiger als der Wandel." - Charles Darwin

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Nescius

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Re: Computerspiele und deren Auswirkungen - eine (alte) Debatte
« Antwort #6 am: 09. Februar 2012, 14:57 Uhr »
Ich meinte nicht, dass Computerspiele in jedem Fall Pathologien auslösen oder immer die Hemmschwelle zu echter Gewalt verringern. Mir schwebte da eher der Typus des dicken Jugendlichen vor, der 16 Stunden am Tag WoW zockt und zusammenbricht, wenn der Strom ausfällt.
Allgemein finde ich aber, dass durch solche Spiele das Verhältnis zu Menschen und zu Tieren verändert werden kann. Computerfiguren sind bloße Objekte. Das ist soweit kein Problem. Kritisch wird es, wenn der Spieler die Spielewelt nicht mehr klar von der "echten" Welt trennen kann. Das muss sich allerdings nicht nur auf Computerspiele beziehen. Ich denke mir auch manchmal, wenn etwas lustig oder komisch ist: "lol". Das ist doch eigentlich absurd, weil der Ausdruck "lol" ein Verhalten repräsentieren und nicht die Handlung als solche ersetzen soll.

Offline Jule86

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Re: Computerspiele und deren Auswirkungen - eine (alte) Debatte
« Antwort #7 am: 09. Februar 2012, 15:01 Uhr »
Mir schwebte da eher der Typus des dicken Jugendlichen vor, der 16 Stunden am Tag WoW zockt und zusammenbricht, wenn der Strom ausfällt.


So in etwa? ^^

Ich bin ein echter Gangsta 5 Starte das verdammte Spiel
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RosenRot

Nescius

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Re: Computerspiele und deren Auswirkungen - eine (alte) Debatte
« Antwort #8 am: 09. Februar 2012, 15:05 Uhr »
 :lolrofl: :thumbsup:

So. Ich spiele gleich mal eine Runde Anno 1701. Mein Wirtschaftsverständnis wird dadurch hoffentlich nicht fundamental verändert. :smileee:

Offline AlterGeist

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Re: Computerspiele und deren Auswirkungen - eine (alte) Debatte
« Antwort #9 am: 09. Februar 2012, 15:07 Uhr »
Ich drücke dir die Daumen, Nescius!

Ich kann nun doch was zur Beruhigung beitragen: Link
 

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Nescius, Jule86

Nescius

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Re: Computerspiele und deren Auswirkungen - eine (alte) Debatte
« Antwort #10 am: 09. Februar 2012, 15:11 Uhr »
Ich drücke dir die Daumen, Nescius!
Danke. ;-)
An Anno ließe sich zwar die Trennung von Gebrauchs- und Tauschwerten sehr gut darlegen, aber die Aspekte der Ausbeutung und der Verwandlung von G (Geld) über W (Ware) in G' (noch mehr Geld) gehen vollkommen unter. :smileee:

Offline Jule86

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Re: Computerspiele und deren Auswirkungen - eine (alte) Debatte
« Antwort #11 am: 09. Februar 2012, 15:22 Uhr »
Ich kann nun doch was zur Beruhigung beitragen: Link


 :lolrofl: :lolrofl: :lolrofl:

Zitat
"Sollte ihnen aufgrund des in Killerspielen völlig unerheblichen Rückstoßes die Waffe aus der Hand fallen, würden sie ständig versuchen, sie durch einfaches Darübergehen wieder aufzuheben"
"Nichts in der Geschichte des Lebens ist beständiger als der Wandel." - Charles Darwin

Offline Bänäna

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Re: Computerspiele und deren Auswirkungen - eine (alte) Debatte
« Antwort #12 am: 09. Februar 2012, 15:25 Uhr »
Ich bin ja eher der Wii-Typ und da muss ich manchmal Maulwürfe mit dem Hammer auf den Kopf schlagen oder bei Super Mario schieße ich auch Schildkröten und Fische ab...  :cyclops:

Offline nova

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Re: Computerspiele und deren Auswirkungen - eine (alte) Debatte
« Antwort #13 am: 09. Februar 2012, 16:22 Uhr »
ich zerschnibbel nur Früchte beim Fruitslicer  :dancydance:  (aber habe mir schon vorgestellt, es stünde eine grooooße Schüssel unter dem Fernseher und ich hätte nacher eine super riesen Portion leckerstem Fruchtsalat - ist das jetzt schon grenzwertig??)  :hunger:
 
... :(

Offline Simona1978

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Re: Computerspiele und deren Auswirkungen - eine (alte) Debatte
« Antwort #14 am: 09. Februar 2012, 18:47 Uhr »
Hallo :-)

Aaaalso,    habe gerade im Moment Probleme hier zu Hause mit dem Thema! Mein Älterer Sohn (13) hat sich unerlaubt und heimlich von seinem Schulkameraden GTA ausgeliehen um es dann im Zimmer auf seiner PSP zu spielen und natürlich seinen 10jährigen kleinen Bruder mit einer Schweigeklausel mit gucken zu lassen :-((

Ergebinss: Ein über inzwischen zwei Wochen Alptraum geplagter 10jähriger der schreiend aus dem Bett fährt, Gesichter im Dunkeln sieht, den Rest der Nacht in meinem Bett schläft und sich Tagsüber vor Nervosität am ganzen Körper kratzt.

Wir sind vom Kinderarzt jetzt weiter zum Kinderpsychologen empfohlen worden und geben Ihm täglich was pflanzliches zum Einschlafen:-((

DANKE GTA  :grrrrr:

Mein Hass auf Eltern die Ihren Kindern solch unpassendes Zeugs besorgen, ist ins unermessliche gestiegen!

LG Simona
Jedermann recht getan, ist eine Kunst die niemand kann!