Autor Thema: Medienberichte [Antiveganismus, Antitierrechte und Ähnliches]  (Gelesen 6138 mal)

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Offline #Tüte

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Wie wichtig es ist über den Tellerrand zu schauen, wissen wir nach unserer meist unveganen Lebensgeschichte, aber oft war das nicht der letzte Tellerrand, denn oft gibt es auch Unterteller, gefüllt mit vielfältiger Kritik am Veganismus.

Deshalb poste ich diesen nun als Gegenposition zum "Proveganismus"
Auffällig für mich ist, dass antivegane Kritikpunkte stark an politische Plakate der Republikaner erinnern, die auf den "Bauch" bzw. auf die Ängste der Audienz abzielen: Kindertod, Impotenz und das geht oft einher mit der Dämonisierung der veganen Lebensweise. Diese Angriffe sind für mich bisher immer unhaltbare Behauptungen geblieben, aber dennoch möchte ich diese hier einmal sammeln und vor allem schauen ob hier und da doch wichtige Erkenntnisse für uns zu beziehen sind.


www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Kinder-vegan-zu-ernaehren-ist-unmoralisch/story/28522474

www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Wenn-Eltern-den-Tod-der-eigenen-Kinder-in-Kauf-nehmen/story/13930467

http://www.shortnews.de/id/666663/USA-Lebenslaenglich-fuer-Eltern-die-Baby-nur-mit-Saft-und-Soja-Milch-ernaehrten

Kind verhungert
Bewährungsstrafen für Veganer-Eltern
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,328416,00.html

><
Entlarvende Gegenbeispiele dazu an vegan lebenden Heranwachsenden
« Letzte Änderung: 04. März 2012, 18:37 Uhr von #Tüte »


http://deutsche-mitte.de
http://tinyurl.com/xy9313
ส็็็็็็็็็็็็็็็็็็็_(ツ)_ส้้้้้้้้้้้้้้้้
"Leute kaufen Sachen, die sie nicht brauchen, mit Geld, dass sie nicht haben, um Leuten zu imponieren, die sie nicht mögen."

Zu monieren, was Arbeitslose die Steuerzahler kosten, ist, wenn man bedenkt, was uns Kriege & Banken kosten, als würde man einen Moskitostich am Arm beheulen, während Dracula seine Zähne tief am Hals versenkt.

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RosenRot

Offline Hannes Benne

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http://abolitionismus.de/ - Tierausbeutung abschaffen statt reformieren

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Offline Hannes Benne

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Re: Medienberichte [Antiveganismus, Anttierrechte und Ähnliches]
« Antwort #2 am: 24. Februar 2012, 08:48 Uhr »
Zitat
Kind verhungert Bewährungsstrafen für Veganer-Eltern
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,328416,00.html


Nichtveganer sind Kindermörder: http://tierrechtsforen.de/13/531
Wegen Antiveganismuspropaganda: Rüge des Presserats für "Welt" und "Morgenpost": http://tierrechtsforen.de/2/2544/3368 (Bezieht sich nicht auf den Spiegelartikel, aber auf den selben Fall.)

Methoden der Veganismusgegner -> Veganer Kinderfriedhof bisher leer: http://vegane-gesellschaft.de/archives/60-Methoden-der-Veganismusgegner.html
http://abolitionismus.de/ - Tierausbeutung abschaffen statt reformieren

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#Tüte, RosenRot

Offline Hannes Benne

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Re: Medienberichte [Antiveganismus, Antitierrechte und Ähnliches]
« Antwort #3 am: 24. Februar 2012, 09:31 Uhr »
Der Typ passt hier doch super rein ;)
http://grasbeisserforum.de/index.php?topic=153.0
http://abolitionismus.de/ - Tierausbeutung abschaffen statt reformieren

RosenRot

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Re: Medienberichte [Antiveganismus, Antitierrechte und Ähnliches]
« Antwort #4 am: 24. Februar 2012, 11:56 Uhr »
Heute im Frühstücksfernsehen:
"Test-wie gut ist veganische (  ::) ) Wurst"
Lustiges Ergebnis, das zu erwarten war  :smileee:

http://www.sat1.de/tv/fruehstuecksfernsehen/video/test-wie-gut-ist-veganische-wurst-clip

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Celsus, Paul, #Tüte

Nescius

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Re: Medienberichte [Antiveganismus, Anttierrechte und Ähnliches]
« Antwort #5 am: 24. Februar 2012, 14:16 Uhr »
Nichtveganer sind Kindermörder: http://tierrechtsforen.de/13/531

Immer, wenn ich mich mit Maqi arrangieren möchte, stoße ich auf solchen einen Beitrag, der mich nur mit dem Kopf schütteln lässt.

Die Welt ist zu komplex, um sie in ethischer und moralischer Hinsicht in Veganer und Nicht-Veganer einzuteilen.

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Offline Bänäna

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Re: Medienberichte [Antiveganismus, Antitierrechte und Ähnliches]
« Antwort #6 am: 24. Februar 2012, 18:45 Uhr »
Heute im Frühstücksfernsehen:
"Test-wie gut ist veganische (  ::) ) Wurst"
Lustiges Ergebnis, das zu erwarten war  :smileee:

http://www.sat1.de/tv/fruehstuecksfernsehen/video/test-wie-gut-ist-veganische-wurst-clip


Das "halbe Hähnchen" finde ich schon ziemlich Panne!  :autschi:
Aber es ist erstaunlich, dass dieses Thema derzeit so oft auf den Massensendern aufgegriffen wird. Auch, wenn ich über die Beiträge oft nur schmunzeln oder mit dem Kopf schütteln kann.  ;)

Offline Hannes Benne

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Re: Medienberichte [Antiveganismus, Anttierrechte und Ähnliches]
« Antwort #7 am: 24. Februar 2012, 21:52 Uhr »
Nichtveganer sind Kindermörder: http://tierrechtsforen.de/13/531

[...]
Die Welt ist zu komplex, um sie in ethischer und moralischer Hinsicht in Veganer und Nicht-Veganer einzuteilen.


Und was hat das mit dem Artikel zu tun?
http://abolitionismus.de/ - Tierausbeutung abschaffen statt reformieren

Nescius

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Re: Medienberichte [Antiveganismus, Antitierrechte und Ähnliches]
« Antwort #8 am: 24. Februar 2012, 22:02 Uhr »
Die Gleichsetzung (nicht der Vergleich!) von Nicht-Veganern mit Kindermördern ist unzureichend und reduktionistisch. Als ob jeder "Nicht-Veganer" Kinder töten würde oder manch ein Veganer nicht ebenso "schuldig" wäre wie viele "Nicht-Veganer" auch.
Sorry, aber noch mehr ins Abseits als durch solche Aussagen kann man sich gar nicht katapultieren.
Zumal ich mich meine zu erinnern, dass Du auch zugetimmt hast, dass der Hunger hunderter Million Menschen ein Verteilungsproblem ist, und nicht notwendig an den Veganismus gekoppelt ist.

Offline Hannes Benne

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Re: Medienberichte [Antiveganismus, Antitierrechte und Ähnliches]
« Antwort #9 am: 24. Februar 2012, 22:37 Uhr »
Die Gleichsetzung (nicht der Vergleich!) von Nicht-Veganern mit Kindermördern ist unzureichend und reduktionistisch. Als ob jeder "Nicht-Veganer" Kinder töten würde oder manch ein Veganer nicht ebenso "schuldig" wäre wie viele "Nicht-Veganer" auch.

Achso, mal wieder ne böse provokante Überschrift...
(Auch wenns nebensächlich ist: Mit "x ist/sind y" wird eher eine Implikation (=>) als eine Gleichsetzung (:=) beschrieben.
Deutlich wird das an Beispielen wie "Quadrate sind Rechtecke", "Menschen sind Tiere" oder "Wasser ist eine Flüssigkeit" usw.)
Ok, streng genommen gilt die Implikation nicht, da es auch Veganer geben mag, die nur ausgewachsene Tiere umbringen (lassen).

Zitat
Zumal ich mich meine zu erinnern, dass Du auch zugetimmt hast, dass der Hunger hunderter Million Menschen ein Verteilungsproblem ist, und nicht notwendig an den Veganismus gekoppelt ist.

Das wäre ein vereinfachte (monokausale) Darstellung, der ich nur begrenzt zustimmen würde, da der Welthunger eben nicht nur ein Verteilungsproblem, nicht nur ein Unveganismusproblem, nicht nur ein Armutsproblem,... ist

Mein Standpunkt dazu ist, dass Veganismus kein hinreichendes Kriterium dafür ist, den Welthunger zu beseitigen, dass aber der Tierproduktionssektor ein Faktor ist (neben Armut, Verteilungsproblemen usw.) der sich negativ auf die weltweite Ernährungssicherheit auswirkt.

Ich nehme mal an, dass Achim dazu einen ähnlichen Standpunkt hat, sonst würde er nicht schreiben "Diese Kinder verhungern unter anderem deshalb, weil [...]"
Soweit ich mich erinnere schreibt er auf veganismus.de auch, dass Veganismus nicht hinreichend ist, um den Hunger zu beseitigen.
http://abolitionismus.de/ - Tierausbeutung abschaffen statt reformieren

Paul

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Re: Medienberichte [Antiveganismus, Antitierrechte und Ähnliches]
« Antwort #10 am: 25. Februar 2012, 05:26 Uhr »
die überschrift leitet die ironie des artikels ein. klar, wer nicht weiterliest, der bekommt das entsprechende bild, 
dabei sie soll doch nur die widersprüche von antiveganer berichterstattung spiegeln.

die ansprache im artikel selbst halte ich trotzdem einigermaßen für ungeeignet, da sie wahrscheinlich für schlichtere gemüter oder festgefahrene leute, im vordergund wahrgenommen wird, was zur folge hat dass die eigentliche botschaft gar nicht ankommt.

die leutz regen sich dann so auf über die seltsamem, fremden formulierungen, dass es geradezu schäumt.

rein inhaltlich gibts aber trotzdem nix auszusetzen.

Nescius

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Re: Medienberichte [Antiveganismus, Antitierrechte und Ähnliches]
« Antwort #11 am: 25. Februar 2012, 10:56 Uhr »
Achso, mal wieder ne böse provokante Überschrift...
Die Überschrift ist nicht einfach „böse provokant“, sondern schlichtweg falsch und unnötig provozierend.
 
Mein Standpunkt dazu ist, dass Veganismus kein hinreichendes Kriterium dafür ist, den Welthunger zu beseitigen, dass aber der Tierproduktionssektor ein Faktor ist (neben Armut, Verteilungsproblemen usw.) der sich negativ auf die weltweite Ernährungssicherheit auswirkt.
Da stimme ich Dir zu.

Ich nehme mal an, dass Achim dazu einen ähnlichen Standpunkt hat, sonst würde er nicht schreiben "Diese Kinder verhungern unter anderem deshalb, weil [...]"
Zitat
Diese Kinder verhungern unter anderem deshalb, […] Zu den Opfern des Nichtveganismus zählen neben Abermilliarden nichtmenschlichen Tieren also auch Menschen und Umwelt.
Dafür müsste Achim erst mal zeigen, dass Menschen Opfer des Nicht-Veganismus sind. Soweit ich weiß, schleppt man den hungernden Menschen das Essen nicht vor der Nase weg, sondern müsste auch dieses in die entsprechenden Regionen transportieren. Das ist eher eine Frage der Verteilung denn des Veganismus.
Ich gebe aber zu, dass der Veganismus die Bereitschaft zur Lösung des Hungerproblems fördern könnte.
Dennoch ist die Aussage, Nicht-Veganer seien Kindermörder, falsch und beleidigend. Mord setzt bewusstes Handeln voraus; einige Vegetarier essen Milch und Eier aus Tierhaltung, die nicht vom Futtermittel, für das der halben Globus zurückgelegt werden muss, abhängig ist. Allein das reicht aus, um die Aussage in ihrer Generalisierung zu widerlegen (auch wenn mir bewusst ist, dass Achim provozieren und polemisieren möchte).

 
rein inhaltlich gibts aber trotzdem nix auszusetzen.
Der Ton macht die Musik. Selbst wenn die Inhalte stimmen, behaupte ich, nehmen sich nur wenige wegen des beleidigenden und zum Teil absurd polemischen Stils denselben zu Herzen. Auf diese Art und Weise (mit Vorwürfen und Beleidigungen) erreicht man Menschen nicht.
Das ist schade, denn z.B. diese Polemik
Zitat
Viele von ihnen verhungern, weil sie nichts zu essen haben - der Inhalt eines leeren Tellers ist, technisch gesehen, vegan, ein Wunder, daß die Medien das noch nicht für ihre Antiveganismuskampagnen ausnutzen, vielleicht ist den Journalisten ja klar, daß diese Art von Argumentation gegen Veganismus ebenso lächerlich ist wie die, die sie tatsächlich verwenden, nämlich absurde Ernährungsformen als Veganismus auszugeben, nur eben offensichtlicher.

finde ich ziemlich gut.

Offline Hannes Benne

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Re: Medienberichte [Antiveganismus, Antitierrechte und Ähnliches]
« Antwort #12 am: 21. Juli 2012, 03:02 Uhr »
Zitat
Eine Polemik gegen Veganismus

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    09. Juli 2012
    Jens Wegener / ws

Kleinbürgerliche Subkulturen sind bekannte Erscheinungen in der Gesellschaft. Mit dem „politische Veganismus“scheint dagegen eine neue Spielart entstanden zu sein.

Was steckt hinter diesen „Leichenteil“-Verweigerern? Eine Frage, die sich auch in Aachen stellt, wo neben „veganen Jugendgruppen“ mittlerweile auch „vegane Restaurants“ entstehen.

Eines möchte ich am Anfang klarstellen: diese Polemik richtet sich in keiner Weise gegen Menschen, die aus geschmacks- oder gesundheitlichen Gründen einen veganen Lebensstil bevorzugen, sondern allein gegen jene, die aus einer Essenskultur ein Politikum machen wollen.

Wenn ich Anfangs die kleinbürgerliche Subkultur erwähne, dann nicht ohne Grund, denn mein Vorwurf ist, dass der Veganismus diesem Spektrum entspringt.

Er ist Ausdruck einer verzweifelten Jugend. Einer Jugend die erkennt, dass ihr das kapitalistische System keine Zukunft mehr bieten kann, die die Härte der politischen Realität zu spüren bekommt und die ihr nicht mehr standhalten kann.
Der Weg zum Veganismus

Der Weg der Erkenntnis ist dabei immer sehr ähnlich: Am Anfang herrscht das Entsetzen über ungerechte Zustände, daraus erfolgt das Streben nach einer Gesellschaft der „totalen Freiheit des Individuums“. Häufig geht das einher mit der Übernahme von anarchistischen oder anarcho-syndikalistischen Ideen. Bewaffnet mit diesem Rüstzeug soll nun die ganze Welt befreit werden. Die zwecks ihrer Befreiung angesprochenen Zielgruppen scheinen jedoch so gar kein Interesse an einer besseren Welt zu haben. Stattdessen geht es denen „nur“ um Lohnerhöhungen, Senkung des Renteneintrittsalters und so weiter.

Wer jetzt nicht bereit ist, seine eigene, politische Rolle zu überdenken und den Gegebenheiten anzupassen, ohne dabei in Opportunismus zu verfallen, dem bleibt nur noch die (politische) Isolation. Zwar lässt sich in der eigenen Gruppe/Kommune die Utopie leben. Doch es fehlen die anderen politischen Objekte. Denn in der eigenen geschlossenen Gruppe muss man niemanden mehr überzeugen oder befreien. Plötzlich entsteht ein Dilemma. Man will ein Objekt haben, aber es soll den eigenen Ideen nicht im Wege stehen.

Am Beispiel der übersteigerten Tierliebe sei das erläutert: tatsächlich leidet die Tierwelt unter den gegebenen Umständen. Massentierhaltung, Überproduktion und die Verschlechterung der Lebensräume für Tiere sind nur einige Aspekte der derzeitigen Situation. Ein Eintreten für eine ökologische Wende ist dementsprechend durchaus vernünftig. Jedoch ist der Schritt zum Veganismus nicht der logische Schritt. Vielmehr geht es darum, die gesellschaftlichen Bedingungen zu verändern, die solche „tier-verachtenden“ Zustände zulassen!

Für die Ideologie „Veganismus“ hingegen ist dieser Zustand ein Segen; er stabilisiert auf Dauer das politische Objekt und dieses kann sich nicht dazu äußern.
Tierliebhaber statt Menschenfreund

Dabei entsteht eine Form von Tierliebe, die sich letztlich zu einem Menschenhass weiterentwickelt. Wie zynisch ist es, den Verzehr von tierischen Produkten zu diskriminieren, während auf der Welt Menschen durch Hunger sterben, die dringend angewiesen wären, solche Fleischprodukte zu bekommen.
Das Leid der Welt wird sicher nicht mit Sojaschnitzeln gelöst

Anstatt die politischen Verhältnisse in den Ländern zu verändern, die für das Ausbluten der dritten Welt verantwortlich sind, protestiert man lieber vor einem Zirkus und merkt nicht, dass man selbst Teil eines tragischen Zirkus ist.

Dass der Veganismus ursprünglich aus der Ideenfabrik von überzeugten Rassisten stammt, verwundert nur wenig. Sehr verwunderlich ist dagegen die völlig fehlende kritische Selbstreflexion derer, die den Veganismus als Ideologie hochhalten. Sicherlich ist es angenehmer, ein Tier zu streicheln und ihm zu erzählen, dass man es gerade befreit hat, als stattdessen vor den Werkstoren der Arbeiterklasse für eine sozialistische Gesellschaftsalternative zu werben. Systemüberwindend ist das Erstgenannte jedenfalls nicht, im Gegenteil. Der gewiefte Kapitalismus hat schon längst reagiert und den Veganismus in sein System integriert. Wo besser kann man überteuerte Preise für billige Produkte nehmen, als bei ideologisch Verblendeten? So finden wir selbst in den großen Supermarktketten vegane Schnitzel, vegane Seife und so weiter und so fort. Über die Perversität, dass Veganer Produkte kaufen, die damit beworben werden, dass sie wie „echte Hamburger“ schmecken, möchte ich mich erst gar nicht auslassen. Aber ich bin überzeugt, dass Veganismus nur der Beruhigung des eigenen Gewissens dient, nicht aber einer grundlegenden Veränderung der Gesellschaft.
Entwicklungsmöglichkeiten?

Trotz meiner starken Kritik am Veganismus möchte ich nochmals betonen: die jungen Menschen, die diesem Irrweg folgen, sind doch welche, die etwas verändern wollen und die die Ungerechtigkeit im Kapitalismus spüren. Vielleicht ist deren Radikalität nach der Erschütterung verständlich. Nur wäre es wünschenswert, dass sie im Laufe der Zeit ein etwas realistischeres Verhältnis zum Veganismus entwickeln.

Andernfalls sind „Veganer mit Fünfzig“ dann bloß noch Teil eines - dann aber erbärmlichen - Zirkus.


http://www.kraz.ac/index.php/12-kultur/80-eine-polemik-gegen-veganismus

Brauch man ja eigentlich nichts weiter zu sagen...
http://abolitionismus.de/ - Tierausbeutung abschaffen statt reformieren

Vielen Dank von

Ralik, Nescius

Ralik

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Re: Medienberichte [Antiveganismus, Antitierrechte und Ähnliches]
« Antwort #13 am: 21. Juli 2012, 09:54 Uhr »
Der Kommntar zur "Polemik gegen Veganismus", in dem die Autorin auf einzelne Punkte der Polemik eingeht, lässt vermuten, dass der Artikel geändert wurde:

Zitat von: Anne Waldgraf
"Widersagt dem Veganismus“ hört sich eher wie eine Formel an, die ein Priester hervorbringen könnte. Möchte der Autor des Textes gegen die Veganer dieses Planeten einen „Fleischexorzimus“ mit einem Kreuz aus Würstchen durchführen? Oder was sonst will der Autor uns mitteilen?

Oder könnte es sein, dass die Nutzung dieser Formel für die eigene Kleibürgerlichkeit des Autors spricht?


Die Aussage finde ich jedenfalls nicht...  :)

Nescius

  • Gast
Re: Medienberichte [Antiveganismus, Antitierrechte und Ähnliches]
« Antwort #14 am: 21. Juli 2012, 09:56 Uhr »
So so. Er kennt also das Wort Zynismus. Gibt es eine Steigerung dieses Wortes? Die Steigerung ist nämlich dort gegeben, wo jemand Veganern/-innen vorwirft, sie würden den hungernden Menschen gegenüber zynisch sein, obwohl diese Menschen hauptsächlich wegen des Fleischkonsums "des Westens" hungern. Das ist quasi Zynismus ins Quadrat, weil die Aussage nicht nur falsch ist, sondern gegenüber den hungernden Menschen der Hohn ist.
Die Replik geht aber dementsprechend drauf ein.

Übrigens frage ich mich, woher die Überzeugung der Omnis kommt, dass es falsch ist, Tiere schlecht zu halten. In ihrer widerlichen Selbstgefälligkeit verneinen sie den Veganismus, gehen aber wie selbstverständlich davon aus, dass ein unnötiges [sic!] Quälen von Tieren falsch ist. Ich finde das ist heuchlerisch und moralinsaures Gewäsch.