Autor Thema: Medienberichte [Antiveganismus, Antitierrechte und Ähnliches]  (Gelesen 6463 mal)

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Paul

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Re: Medienberichte [Antiveganismus, Antitierrechte und Ähnliches]
« Antwort #15 am: 21. Juli 2012, 14:08 Uhr »
aaalso, ich finde diese polemik gar nicht schlecht. im ersten teil finden sich ansatzweise treffende gesellschaftliche analysen, nur kommt der autor zu fragwürdigen schlüssen. seine argumentationen kann man auch positiv sehen. hab leider kein zeit, aber zu dem text lässt sich vieles schreiben - sicher nicht zu dem mist mit den burgern die echt schmecken - damit gebe ich mich nicht ab. ::)

nur soviel für den anfang - dass der veganismus, in seiner politischen dimension (postanarchistische bewegung), dem kleinbürgertum entspringt, halte ich für richtig. nur ist es oft die omnivore elterngeneration, die diesem kleinbürgertum anhaftet. so sieht es glaube ich auch der autor. die menschen die nun vegan werden, sind oft bildungsaufsteiger oder entspringen tatsächlich dem kleinbürgertum.

kleinbürgertum, um das zu verdeutlichen, ist nicht gleich mittelschicht, wobei sie ein teil der mittelschicht ist. es gibt noch die "falsche mittelschicht" - kleine kaufmännische angestellte, facharbeiter usw., die es in der brd im laufe der 60er, 70er und 80er jahre für sich und ihre familien, zu unvorstellbarem, zuvor nie dagewesenem wohlstand gebracht haben (eigenes haus, urlaub, auto, bildungsperspektive für die kinder und damit eintritt in die mittelschicht und oder das kleinbürgertum für diese).

die zirkusproteste sind nicht lachhaft - ich hab großen respekt vor den leuten - nur strategisch ungeschickt, nach meiner meinung , wobei ich mir da auch nicht ganz sicher bin.

veganismus ist ja auch keine ideologie und schon gar nicht eine homogene gruppe. die veganer_innen mit libertärem hintergund sind ja nur ein teil der veganen bevölkerung.

bezogen auf die libertären unter den veganer_innen, so sind diese durchaus im bildungsbürgertum zu verorten - also grob aus der gleichen ecke wie alle linken/libertären strömungen.

die negative dialektik der kritsichen theorie der frankfurter schule, wurde kritisiert weil sie nur kritisierte, aber keine lösungen anbieten konnte - das war aber nie ihre aufgabe.

vegan lebende menschen werden nun kritisiert weil sie handeln  ::)

was ist daran falsch den konsumrausch der elterngeneration nicht unreflektiert zu übernehmen?
was ist daran falsch den eltern zu sagen  - ich will kein auto, kein eigenes haus - ich scheiß drauf und ich trag meine hosen auch mit löchern und wenn sie auseinanderfallen dann werden sie eben geflickt.

und tierprodukte abzulehnen gehört hier eben auch dazu und ist, ausgehend von dieser logik, ein naheliegender schritt.

ich vermute der autor entspringt dem antideutschen spektrum, wahrscheinlich lehnt er auch fairtrade ab, trägt nike schuhe und trinkt coca cola. denn, ist klar - fairer handel trägt ja zum erhalt des kapitalistischen systems bei - wir müssen nur lange genug ausbeuterprodukte kaufen, dann werden sich die massen der ausgebeuteten arbeiter_innen und der kindersklaven schon irgenwann erheben und die revolution erfolgreich druchführen.

veganer_innen sind konterrevolutionäre!

das subkulkturen aus einem materiellen oder ideellen mangel entstehen, ist ein tatsache, auch dass sie in den mainstream "absacken" und diesen verändern und teil des systems werden. genau das ist doch aber die gesellschaftsverändernde kraft! die avantgarde fordert das maximale und die träge masse folgt langsam, auch wenn nur teilweise.

es gibt übrigens viele ehemalige tierschützer_innen, die mit libertär und so weiter nix am hut haben und erkannt haben, dass sie einen widersprich leben, wenn schweinschnitzel  beim tierheimfest verzehrt werden. nicht wenige wurden vegan und nicht wenige von diesen durch die konfrontation mit veganen spinnern.  ;)
« Letzte Änderung: 21. Juli 2012, 14:31 Uhr von Paul »

Nescius

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Re: Medienberichte [Antiveganismus, Antitierrechte und Ähnliches]
« Antwort #16 am: 22. Juli 2012, 23:02 Uhr »
Dass der Veganismus ein "Wohlstandsphänomen" sei, ist auch eines meiner Lieblings"argumente". Weil anderswo Menschen hungern, ist es in Ordnung, Fleisch zu essen. Ist klar. ::)
Der Veganismus ist auch keine bürgerliche Erscheinung bzw. die Verneinung der bürgerlichen Ideologie. Der Veganismus ist die logische Konsequenz eines Systems, dass nicht nur Menschen ganz legal ausbeutet, sondern Tiere zur Ware degradiert hat. Der Tierkonsum ist nicht nur eines der größten Verbrechen, das die Menschen jemals begangen haben, sondern der kapitalistischen Produktionsweise immanent. Der Veganismus ist ohne diese Einbettung in die kapitalistische Entwicklung überhaupt nicht zu verstehen. Dass es in diesem widerlichen System Menschen gibt, die den Tierkonsum ablehnen, ist nicht der bürgerlichen Ideologie geschuldet, sondern eine Konsequenz dieses zynischen und lebensverachtenden Systems.

Nescius

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Re: Medienberichte [Antiveganismus, Antitierrechte und Ähnliches]
« Antwort #17 am: 02. August 2012, 15:58 Uhr »
Die Artikel sind zwar schon etwas älter, aber erwähnenswert ist es trotzdem:

Interview mit Paul-Heinz Wesjohann, dem Inhaber von Wiesenhof

Im Auftrag des Herrn

Himmel und Huhn

Der Begründer von KFC (Kentucky Fried Chicken), war ebenso Anhänger einer christlichen Lehre (Disciples of Christ).

Lassen wir mal den Zynismus beiseite ("Mit Tierquälern und skrupellosen Geschäftemachern habe ich nichts zu schaffen" [...] "Natürlich wollen wir unsere Produkte zum günstigsten Preis anbieten. Wir versuchen aber auch, mit innovativen Produkten Wertschöpfung zu erzielen." […] "Nur eine kleine Minderheit will und kann sich Bio erlauben. Wir schlachten pro Woche 4,5 Millionen Hähnchen, davon sind nur 10 000 Biohähnchen."). Interessant ist doch, dass eine solch widerliche Person ihre ethische Widerwärtigkeit mit dem Verweis auf die Bibel zu rechtfertigen versucht. Judentum und Christentum haben wahrlich Schande und Verderben über die Tiere gebracht und es wäre interessant, die Entwicklung der Stellung des Tieres im "Abendland" zu untersuchen - gerade auch in Abgrenzung zu anderen Kulturen und Gesellschaften (insbesondere buddhistisch und hinduistisch inspirierte). Die Unterjochung des Tieres ist im Bewusstsein angelegt und nicht etwa nur der kapitalistischen Produktionsweise zu verdanken (die allerdings die größte Verachtung des tierischen Lebens, die es jemals gegeben hat, ermöglicht hat).

"Ohne Religion wären gute Menschen gut und schlechte Menschen schlecht. Aber um gute Menschen dazu zu bringen, schlechte Dinge zu tun, bedarf es der Religion." (Unbekannt)

"Die vermeinte Rechtlosigkeit der Thiere, der Wahn, daß unser Handeln gegen sie ohne moralische Bedeutung sei, oder, wie es in der Sprache jener Moral heißt, daß es gegen Thiere keine Pflichten gebe, ist geradezu eine empörende Rohheit und Barberei des Occidents, deren Quelle im Judenthum liegt." (Arthur Schopenhauer)

Vielen Dank von

Hannes Benne, Paul, RosenRot

Paul

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Re: Medienberichte [Antiveganismus, Antitierrechte und Ähnliches]
« Antwort #18 am: 02. August 2012, 22:05 Uhr »
diese stelle aus dem interview fand ich bemerkenswert.

Zitat
Wesjohann:

Beim Thema Bio muss man unterscheiden zwischen Schein und Sein. Eine kleine Modellrechnung: Würden alle Wähler der Grünen nur Biohähnchen kaufen, dann würde ich pro Woche 450 000 Stück verkaufen statt 10 000. Verstehen Sie mich richtig. Ich habe überhaupt nichts gegen Bio. Ich bin Unternehmer, ich richte mich nach der Nachfrage. Aber die ist nicht in dem Umfang da, wie man es vermuten könnte.

über die wunder ich mich auch  ::)

alle anderen antworten erscheinen mir sehr grob, schlicht und herzlos und die moral, wenn es denn eine ist - christlich, unternehmerisch, ein tierliebhaber der privat tauben züchtet - wie aus einer anderen zeit. leider liege ich damit falsch.

Paul

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Re: Medienberichte [Antiveganismus, Antitierrechte und Ähnliches]
« Antwort #19 am: 04. August 2012, 01:28 Uhr »
das soll wohl keine satire sein  :P

Warning to Seashepherd (The statement to Seashepherd)シー・シェパード

Offline Hannes Benne

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Re: Medienberichte [Antiveganismus, Antitierrechte und Ähnliches]
« Antwort #20 am: 21. August 2012, 23:02 Uhr »
Zitat
Veganer auf dem Berliner Alexanderplatz: auf dem Kriegspfad

Berlin (Weltexpress) - Am vergangenen Wochenende zeigten sie Präsenz, die Vegetarier und vor allem die Veganer der Republik auf dem Berliner Alexanderplatz. Wer glaubte, dass es eine reine Informationsveranstaltung sei, wurde schnell eines besseren belehrt. Über dem Alex lag mehr ein Hauch von Aggression und militantem Gehabe. Tatsächlich – und das ist nicht zu bestreiten – nutzten Veganer das „Vegan-Vegetarische Sommerfest 2012“ als Bühne absoluter Intoleranz. Der Gott der Veganer duldet keine anderen Götter, selbst die „Unterschicht“ der Vegetarier stand im Kreuzfeuer der veganischen Schuldzuweisungen.

Die unterschwellige Kriminalisierung von Menschen die Fleisch essen, ist Methode der Veganer geworden. Dabei geht es nicht um Tierschutz oder artgerechte Tierhaltung, sondern um die kompromisslose Verachtung von Menschen, die sich nicht der veganischen Ideologie unterordnen.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Jeder nur einigermaßen normale Mensch lehnt unwürdige Massentierhaltungen oder unwürdige Tiertransporte ab, ebenso wie Tierquälereien jeglicher Art, zum Beispiel in Versuchslaboren. Tierschutz ist ein wichtiger Bestandteil einer modernen Gesellschaft, der Umgang mit Tieren ist deren Spiegelbild.

Beispiel: Die Kasteiung als Methode des Mahi Klosterhalfen

Der geschäftsführende Vorstand der sogenannten „Albert Schweizer Stiftung“ Mahi Klosterhalfen schreibt in einer Broschüre seiner Organisation:

„25 Jahre lang habe ich durch mein Kaufverhalten in Auftrag gegeben, dass Tiere in ihren Fäkalien leben müssen. Dass sie davon Entzündungen und Verätzungen bekommen. Dass sie von den Ammoniakdämpfen eitrige Lungen bekommen.
Dass sie so überzüchtet werden, dass ihre Skelette die schnell wachsenden Fleischmassen nicht mehr tragen können. Dass deshalb sogar ihre Herzen versagen können. Dass sie als Kinder geschlachtet werden, die in Erwachsenenkörpern stecken. 25 Jahre lang habe ich mitfinanziert, dass Tiere dicht an dicht in Ställe gedrängt werden. So dicht, dass man den Boden kaum noch sehen kann. Dass die Tiere kaum schlafen können, weil die Bewegung eines Tiers dazu führt, dass mehrere andere Tiere weggedrückt werden. Ein Masthuhn kommt selten dazu, seine Augen für länger als 60 Sekunden zu schließen. So etwas wird gemessen.
Ein Vierteljahrhundert lang habe ich zugelassen, dass Puten und Legehennen Teile ihrer Schnäbel abgetrennt werden. Dass Kälbern die Hörner ausgebrannt werden. Dass man Ferkeln die Schwänze abschneidet und ihnen die Eckzähne abschleift. Alles ohne Betäubung. ...“

Solche Aussagen nehmen die Fleischproduzenten in Sippenhaft, sind eine Ohrfeige für alle Bio-Bauern, bei denen artgerechte Tierhaltung oberste Prämisse ist. Es soll nicht bestritten werden, dass in den großen Schlachthöfen mit industrieller Fleischproduktion noch Zustände herrschen, die einer zivilisierten Gesellschaft unwürdig sind. Aber die Alternative verschweigt Klosterhalften. Kein Bio-Bauer wird seinen Ferkeln die Schwänze abschneiden oder seinen Hühnern die Schnäbel abschneiden. Im Gegenteil, Kolsterhalfen beschuldigt pauschal, differenziert nicht, sondern pauschalisiert. Er schreibt: „Ich habe gedacht, Bio sei die Lösung. Aber dann sah ich Biohennen ohne Federn. Dann erfuhr ich, dass auch in der Biohaltung die Brüder der Legehennen direkt nach dem Schlüpfen geschreddert oder vergast werden. Dass auch Biokühe künstlich geschwängert werden, damit sie Milch geben. Dass auch ihnen die Kälber entrissen werden. Dass auch Biokühe und Biohennen geschlachtet werden, sobald sie nicht mehr die gewünschte Leistung bringen. Dass es keinen Unterschied gibt zwischen konventioneller Schlachtung und der Schlachtung für Produkte mit staatlichem Biosiegel.“

Dass dies eine Lüge ist, stört ihn nicht. Es wieder eine pauschale Verurteilung ohne auch nur den Versuch zu machen zu differenzieren. Solche Aussagen gehen wohl knapp am Straftatbestand der Verleumdung vorbei. Doch er ist damit nicht alleine, denn die gesamte „Religionsgemeinschaft“ der Veganer arbeitet mit solchen Methoden. Das ist genauso verwerflich, wie die Behauptungen von „Wiesenhof“, humane Schlachtungsmethoden zu praktizieren. 

Die auf dem Sommerfest vertretenen veganisch orientierten Organisationen unterscheiden sich in ihrer Intoleranz und der Kriminalisierung von Andersdenkenden kaum. Sie beanspruchen für sich das Alleinvertretungsrecht des Guten, gemäß dem Bibelspruch: „Ich bin der Herr Dein Gott, Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!“ In Wirklichkeit aber sind die militanten Veganer die Blender, die mit Halbwahrheiten und Lügen versuchen, den Menschen vorzuschreiben, was sie essen sollen und was nicht. Das ist so abstoßend und entlarvend zugleich. Man sollte sich nicht den Appetit verderben lassen.

http://www.weltexpress.info/cms/index.php?id=6&tx_ttnews[tt_news]=42285&tx_ttnews[backPid]=385&cHash=ad1bfebf3ce41204abf6c736a8f439be
http://abolitionismus.de/ - Tierausbeutung abschaffen statt reformieren

Offline Simona1978

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Re: Medienberichte [Antiveganismus, Antitierrechte und Ähnliches]
« Antwort #21 am: 22. August 2012, 09:39 Uhr »
tja, was soll man dazu sagen? ^^
LG Simona
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Offline Hannes Benne

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Re: Medienberichte [Antiveganismus, Antitierrechte und Ähnliches]
« Antwort #22 am: 22. August 2012, 11:40 Uhr »
Ich hab einfach drüber gelacht^^
Denke mal, dass den Text selbst unter Omnis kaum wer ernst nehmen wird.
http://abolitionismus.de/ - Tierausbeutung abschaffen statt reformieren

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Offline Celsus

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Re: Medienberichte [Antiveganismus, Antitierrechte und Ähnliches]
« Antwort #23 am: 22. August 2012, 12:24 Uhr »
Zitat
Denke mal, dass den Text selbst unter Omnis kaum wer ernst nehmen wird.

Ich glaube es spricht vielen Omnis aus der Seele, meine Bekannte würde Luftsprünge machen.

Ich finde an dem Bericht kann man sehr schön sehen wie man alles so verdrehen kann, wie es einem beliebt. Und das genau passiert ja auch in anderen Bereichen. Mit diesem Bericht wird den Fleischfressern wieder die Schuld, die auf ihren Schultern lastet genommen.
In einer humanen Welt dürfte es selbst dann keine Tierfolterei durch die Wissenschaft mehr geben, wenn es begründete Hoffnungen auf echte Fortschritte durch quälende Tierversuche für die Krebsbekämpfung gäbe. Aber nichteinmal das gibt es.
Prof. Julius Hackethal

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Offline Ebony

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Re: Medienberichte [Antiveganismus, Antitierrechte und Ähnliches]
« Antwort #24 am: 23. August 2012, 21:39 Uhr »
Na, wenn sich jemand nicht einmal die Mühe macht, zu recherchieren, wie die Organisation nun richtig heißt, die er kritisiert...
Albert Schweitzer (nicht verwandt und nicht verschwägert mit Jochen Schweizer und auch nicht in der Schweiz geboren, sondern in Kaysersberg im Elsass, das damals deutsch war *klugscheiss*) scheint ihm jedenfalls nicht geläufig zu sein, was einiges erklärt.

Hinter dem Kürzel HS verbirgt sich der gelernte Schriftsetzer und nun als freier Journalist und Autor (hauptsächlich von Kochbüchern) arbeitende Horst Schöck.
Ich habe den Eindruck, Schöck findet sich revolutionär ökologisch denkend und handelnd, wenn er den Fisch, den er isst, direkt beim Fischer einkauft und den Schwarzwälder Schinken im Schwarzwald. Er möchte ein 'lachendes Schwein, das geschlachtet wird' (Quelle: Interview mit dem Koch Dirk Bismark), und glaubt, das gibt es.
Ich habe den Eindruck, Schöck hält sich für einen Menschen, der weiß, was nachhaltig ist und der viel für die Umwelt tut.

So ein Mensch muss sich von Veggies (Vegetarier und noch schlimmer: Veganer ) besonders, wenn es viele, viele sind, angegriffen fühlen, die z.B. verkünden, dass kein Tier lacht, wenn es geschlachtet werden soll und wird - unabhängig ob nun Bio-geschlachtet oder konventionell (bei der Schlachtung gibt es hier meist keinen Unterschied!). Da wollen doch Menschen sein Weltbild ins Wanken bringen - eine schmerzliche Erfahrung für jeden Menschen, ob Omni, Vegetarier oder Veganer! Und wenn man nicht fähig oder willens ist nachzufragen, ob in den Argumenten des Gegenübers evtl. ein Fünkchen Wahrheit steckt, fühlt man sich angegriffen und empfindet das Gegenüber als militant.

Das ist menschlich und dafür habe ich auch Verständnis. Nur wenn ein 'Journalist' seine Macht, die er nun mal hat, missbraucht, um seine Ideologie als Wahrheit unters Volk zu bringen und Andersdenkende als Ideologen, aggressiv und militant hinzustellt, da hört sich für mich der Spass auf, da kann ich wirklich nicht drüber lachen.
Die Welt ist kein Machwerk und die Tiere sind kein Fabrikat zu unserem Gebrauch.
Nicht Erbarmen, sondern Gerechtigkeit ist man den Tieren schuldig.

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Offline Hannes Benne

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Re: Medienberichte [Antiveganismus, Antitierrechte und Ähnliches]
« Antwort #25 am: 29. Oktober 2012, 19:47 Uhr »
Pollmer mal wieder:
Zitat
"Ohne dieses Würzezeug gäbe es die vegetarische Bewegung bei uns nicht"
Lebensmittelexperte über die Bedeutung von Maggi
Udo Pollmer im Gespräch mit Sandra Schulz

Vor 100 Jahren ist der Lebensmittelproduzent Julius Maggi gestorben. Die nach ihm benannte Würzsoße soll mittlerweile in jeder sechsten deutschen Küche zu finden sein. Der Erfolg sei vor allem wegen der vegetarischen Bewegung ungebrochen. Sonst ließe sich der Hang zum Fleisch nicht auf fleischlosem Weg befriedigen, sagt der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer.

Sandra Schulz: Das ist vielleicht noch ein bisschen zu früh am Tag, aber wir wollen mal probieren, ob wir Sie hier im Radio auf einen Geschmack bringen können: auf den Geschmack, der eigentlich erst ab mittags diskutabel ist. Wir sprechen über eine braune Gewürzsoße, herzhaft, sehr salzig, braune Flasche, gelbes Etikett, rotes Logo. Kommt Ihnen das bekannt vor? - Die Rede ist hier natürlich von der Maggiflasche. In wohl keinem Land wird die Würzsoße ausgiebiger eingesetzt als hierzulande. In jeder sechsten deutschen Küche soll sie zu finden sein. Ihr Erfinder, Julius Maggi, ist heute vor 100 Jahren gestorben. Eigentlich war er auf der Suche nach einem billigen und nahrhaften Fertiggericht.

Heute vor 100 Jahren ist Julius Maggi also gestorben. Das wollen wir würdigen, natürlich auch kritisch würdigen, oder vielmehr seine Hinterlassenschaften. In Berlin ist mir jetzt Udo Pollmer zugeschaltet, Lebensmittelchemiker und Fachbuchautor zu Ernährungsfragen. Guten Morgen.

Udo Pollmer: Guten Morgen!

Schulz: Über die Toten nur Gutes, so wollen wir es heute Morgen hier im Deutschlandfunk natürlich auch halten. Aber wäre es für die deutsche Küche, wäre es für die deutsche Ernährungskultur nicht besser gewesen, Julius Maggi wäre nicht so erfinderisch gewesen?

Pollmer: Na ja, in der damaligen Zeit war das ein ganz klarer Fortschritt, weil man hier pflanzliches Eiweiß umwandeln konnte in ein Produkt, das nachher so schmeckte wie richtige Brühe. Und in einer Zeit der Knappheit und der Not konnte man damit natürlich vielen Produkten einen gewissen Fleischgeschmack verleihen. Und im Grunde entspricht ja diese Würze, dieses Maggiprodukt oder Knorrprodukt der japanischen Sojasoße, der chinesischen, der asiatischen Sojasoße. Das ist im Grunde eigentlich nichts anderes, es ist nur ein bisschen ein anderer Weg. Die einen haben das mit Enzymen gemacht, also mit Mikroorganismen und enzymatisch, und der Herr Maggi und der Herr Knorr, die haben das durch eine Säure- oder Laugenhydrolyse hinbekommen. Aber am Schluss kommt praktisch das gleiche Produkt dabei heraus.

Schulz: Also Sojasoße ist nicht besser oder schlechter als Maggi?

Pollmer: Heute nicht unbedingt. Wenn man sagt, also gut, das ist fermentiert, das ist was Besseres, muss man heute sagen, das hat sich inzwischen geändert. Aber die Sojasoße wird letztendlich in vielen Fällen genauso hergestellt, zumindest die Sojasoße, die bei uns verkauft wird. Da kommt vielleicht dann noch Aspergillus dazu oder so, um das leicht zu fermentieren, aber im Grunde ist das eigentlich nur Kosmetik.

Auf der anderen Seite wird diese Würze, diese pikante Brühe, diese braune Flüssigkeit schon fast wieder so ähnlich hergestellt, wie man das früher in Japan gemacht hat, allerdings mit moderner Biotechnologie. Das heißt, man arbeitet heute immer weniger oder im Grunde schon gar nicht mehr mit der Säure- und Laugenhydrolyse, sondern man arbeitet mit Enzymen, mit Proteasen, die dann das Eiweiß aufspalten, und dann nimmt man letztlich auch die Proteasen, also die Mikroorganismen zur Erzeugung, mit denen man eben auch Sojasoße herstellt.

Schulz: Herr Pollmer, bevor wir zu technisch werden, komme ich Ihnen lieber noch moralisch. Ist es verwerflich, mit Maggi zu würzen?

Pollmer: In der Sache nicht. Das was bei Maggi eigentlich oder bei Knorr im Vordergrund steht, momentan, das ist die vegetarische Bewegung. Ohne Glutamat, ohne dieses Würzezeug gäbe es die vegetarische Bewegung bei uns nicht, weil das die einzige Möglichkeit ist, den Hang zum Fleisch - und der ist angeboren; das kann man an der Physiologie des menschlichen Gaumens oder der Zunge nachweisen -, sonst ließe sich der Hang zum Fleisch nicht auf fleischlosem Wege befriedigen.

Schulz: Aber dann ist das ja, wenn Maggi sogar dem Vegetarismus Vorschub leistet, noch erst recht ein Gegenargument.

Pollmer: Ja das kann man sehen, wie man will. Die Vegetarier sehen das anders und die hören das natürlich auch nicht gerne. Aber wir haben einen angeborenen Hang zu diesen ganzen Peptiden, diesen brüheartigen Peptiden, und auf der Zunge haben wir halt Geschmacksknospen für Süß, Sauer und so weiter, das kennen Sie, und für jede Sorte haben wir im Grunde nur einen Geschmacksrezeptor. Für die Würze, diesen Fleischbrühegeschmack, haben wir Dutzende, und daran sieht man, welche enorme Bedeutung das in der Evolution des Menschen hatte.

Schulz: Aber ein Geschmacksverstärker, der auch der Entwicklung Vorschub leistet, dass im Grunde alles gleich schmeckt, ist das nicht schlecht?

Pollmer: Ja, das ist wohl wahr. Aber das Problem ist eher, wie man so was einsetzt. Das heißt also, das eine ist, was ich persönlich noch viel störender empfinde, weil wenn die Sachen nicht schmecken, dann isst man sie halt nicht, sondern es ist die Tatsache, dass damit Hersteller, die teuere tierische Rohstoffe einsparen wollen, dann mit Maggi oder mit Knorr oder mit Glutamat und all diesen Dingen das Produkt schmackhafter auch ohne tierische Bestandteile machen können, und das ist natürlich eine Wettbewerbsverzerrung, weil der Kunde das nachher nicht mehr erkennen kann, was da wirklich gemacht ist. Und wenn dann draufsteht, ohne den Zusatzstoff Glutamat, heißt das rein gar nichts, das hat keinen Sachinformationsgehalt. Wenn einer sagt, wir nehmen keinerlei Stoffe, die geschmacksverstärkend wirken, keinerlei Zusätze, dann können wir darüber reden. Aber wenn er sagt, wir nehmen stattdessen Parmesan, wo das drin ist, oder Tomatenmatsche, wo das drin ist, ist das auch in Ordnung, weil dann auch eine, wie soll ich sagen, sensorische Kontrolle erfolgt. Das heißt, ich kann davon nicht beliebig viel hineintun, dann wird es dem Kunden zu viel, und das kostet außerdem noch Geld.

Schulz: Wo sehen Sie Maggi im Jahr 2012?

Pollmer: Auf der Erfolgsspur, dank der ganzen Propaganda für vegane Ernährung, für vegetarische Ernährung, weil ohne das würde das nicht funktionieren. Ich persönlich halte davon nicht so viel, einfach deshalb, weil man damit eine Qualität vortäuschen kann, die in Wirklichkeit gar nicht vorhanden ist.

Schulz: Und wenn wir zurückschauen, jetzt noch mal auf die 50er-, 60er-Jahre, da war Maggi vielleicht noch weniger aus den deutschen Küchen wegzudenken. Welche Entwicklung sehen Sie da?

Pollmer: Jetzt gibt es ja die Differenzierung. Das heißt, man kann die Technologie dieser Produkte schon seit Jahren so steuern, dass Sie jetzt nicht nur das Produkt haben, das Sie im Haushalt kennen, sondern die Industrie hat hier eine Fülle von Produkten und dann können Sie die Geschmacksrichtungen einstellen. Dann haben Sie quasi Ihr Maggi oder Ihr Knorr oder was auch immer in allen Geschmacksrichtungen, die irgendwie brüheartig, fleischartig sind. Das heißt, da können Sie einen gegrillten Thunfisch haben als Geschmacksprodukt, Sie können einen gebratenen haben. In allen Varianten gibt es dort Hunderte von Produkten, die alle letztendlich ohne Verwendung von tierischen Rohstoffen, von Fleisch, von Fisch und so weiter erzeugt worden sind.

Schulz: Heute vor 100 Jahren starb der Lebensmittelproduzent Julius Maggi - wir haben darüber mit dem Lebensmittelchemiker Udo Pollmer gesprochen. Danke!

Pollmer: Ja, Mahlzeit!

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Deutschlandradio macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.


http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1897809/
http://abolitionismus.de/ - Tierausbeutung abschaffen statt reformieren

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Offline #Tüte

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Re: Medienberichte [Antiveganismus, Antitierrechte und Ähnliches]
« Antwort #26 am: 30. Oktober 2012, 13:07 Uhr »
Maggi  :smileee: ... genau ..  :lolrofl: ... Auch Sojasoße o.ä. Lösungen sind bei mir nicht im Sortiment. Das ist so ein Quacksalber. Als würde der Sojasaucen- oder Maggikonsum die Welle sein auf der der Veg*ismus reitet. Von Mal zu Mal wird es echt immer Drogenkonsumverdächtiger beim Herrn Pollmer, aber gut, lassen wir ihm seinen Spaß und bemitleiden alle, die diesen Ernährungsscharlatan als Grundlage ihrer Argumente nutzen.
http://deutsche-mitte.de
http://tinyurl.com/xy9313
ส็็็็็็็็็็็็็็็็็็็_(ツ)_ส้้้้้้้้้้้้้้้้
"Leute kaufen Sachen, die sie nicht brauchen, mit Geld, dass sie nicht haben, um Leuten zu imponieren, die sie nicht mögen."

Zu monieren, was Arbeitslose die Steuerzahler kosten, ist, wenn man bedenkt, was uns Kriege & Banken kosten, als würde man einen Moskitostich am Arm beheulen, während Dracula seine Zähne tief am Hals versenkt.

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Offline Simona1978

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Re: Medienberichte [Antiveganismus, Antitierrechte und Ähnliches]
« Antwort #27 am: 05. November 2012, 06:38 Uhr »
Jedermann recht getan, ist eine Kunst die niemand kann!

Offline Bänäna

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Re: Medienberichte [Antiveganismus, Antitierrechte und Ähnliches]
« Antwort #28 am: 06. April 2014, 15:38 Uhr »
Ist es unnatürlich, dass Menschen Milch trinken?

 ::)


PS: Ich bin nicht sicher, ob ich den richtigen Thread erwischt habe... Bitte verschieben, falls es woanders besser reinpasst! :)

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Offline #Tüte

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Re: Medienberichte [Antiveganismus, Antitierrechte und Ähnliches]
« Antwort #29 am: 06. April 2014, 23:22 Uhr »
Ja, das passt.
Der schreibt tatsächlich, ich paraphrasiere Mal, dass, wenn es möglich ist etwas schlecht zu machen, der eigenen Gesundheit zu schaden, Osteoporose zu fördern, sich Brustkrebs anzuzüchten, Eiter in der Milch mitzutrinken, die Antibiotikaresistenzen weiter zu befeuern, den Kälbern die Milch wegzunehmen bzw. die Ausschusskälber kaum geboren wieder zu verwursten, dann macht es, verfickt nochmal! Und vergleicht nicht die Studien über Krankheitsbilder und deren Auslöser!
Der Artikel ist so beschissen blöd, dass man dem Autor möglicher Weise ins Gehirn geschissen haben könnte. Ist aber nur eine Vermutung. Warum werden solche kognitiv Suboptimierten als Autoren überhaupt zugelassen oder sind die eigentlich schon fähig, haben aber, wie die Politikdarsteller, keine Zeit mehr anständig Themen aufzuarbeiten, so dass hinten nur das rauskommt, womit man die Leserschaft auch noch bewirft?! Echt widerwärtig.
« Letzte Änderung: 06. April 2014, 23:33 Uhr von #Tüte »
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