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Autor Thema: Wildkräuter und Pflanzenbestimmung  (Gelesen 10737 mal)

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Offline Ebony

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Re: Wildkräuter und Pflanzenbestimmung
« Antwort #30 am: 20. August 2012, 19:22 Uhr »
@Simona1978: In welcher Form isst du denn das Klettenlabkraut?

@wamaschu: Das mit dem Geruch kann gut stimmen, denn im Hochsommer liegt über dem Beerenbeet ein Duft, der mich stark an meine Kindheit erinnert, als wir viel in den Bergen (Almweiden!) waren. Ich konnte ihn bis jetzt keiner Pflanze zuordnen. Ich kann mir aber vorstellen, dass das Klettenlabkraut langsam vertrocknet (im Moment kann ich keines mehr entdecken) und den Duft verströmt. Wenn ich wieder eines finde, werde ich es trocknen und berichten.
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Offline Simona1978

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Re: Wildkräuter und Pflanzenbestimmung
« Antwort #31 am: 20. August 2012, 19:48 Uhr »
Ich tu es in meine grünen Smoothies, oder in den Wildkräutersalat, auf das "Butter"-Brot................egal.Schmeckt überall.
LG Simona
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Re: Wildkräuter und Pflanzenbestimmung
« Antwort #32 am: 21. August 2012, 18:03 Uhr »
Auf "Butter"-Brot  :heureka:  Das ist mir bei Kräutern immer das Liebste (oder auf ein Stück Tomate oder Gurke). Das werde ich ausprobieren  :)
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Offline Simona1978

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Re: Wildkräuter und Pflanzenbestimmung
« Antwort #33 am: 22. August 2012, 09:53 Uhr »
Alsan! War doch klar!  :snickergirl:  Nur "Alsan-Brot" hört sich so..............was weiß ich, an! :)
LG Simona (Die heute Morgen Ampferknöterich uind Vogelmiere mit im Smoothie hatte)
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Offline Ebony

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Re: Wildkräuter und Pflanzenbestimmung
« Antwort #34 am: 24. August 2012, 17:46 Uhr »
War mir schon klar, was die Anführungszeichen bedeuten  ;) . Mein "Butter"-Brot ist ein Sojola-Brot
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Re: Wildkräuter und Pflanzenbestimmung
« Antwort #35 am: 03. Oktober 2012, 19:22 Uhr »
Das ist ein Thread so nach meinem Geschmack (im wahrsten Sinne des Wortes).  Leider droht er iwie einzuschlafen. Deshalb habe ich beschlossen, ihn unter meine Fittiche zu nehmen, sprich: Mich darum zu kümmern (frei nach Erich Kästner: Es gibt nichts Gutes, außer, man tut es). Es wäre super, wenn sich auch andere dran beteiligen  :)

Jiaogulan, Gulan (Gynostemma pentaphyllum)
Das Kraut der Unsterblichkeit


Diese Heilpflanze stammt aus China und wird dort getrocknet als Tee getrunken. Sie wirkt ähnlich wie Ginseng, nur stärker, da sie den vierfachen Gehalt an Ginsenosiden und den dreifachen an Gypenosiden hat. Sie wirkt wie Ginseng ausgleichend.
Man kann die Pflanze an einem Rankgitter hochwachsen lassen, ich halte sie in einem kleinen Balkonkasten als Hängepflanze (und eine im Topf am Blumenfenster, aber die Pflanze, die im Sommer draußen ist, gedeiht besser). Beides sieht sehr dekorativ aus.
Sie wächst im lichten Halbschatten recht stark. Ältere Pflanzen sind im Freiland bis – 15° Celsius winterhart,  jüngere brauchen einen Winterschutz. Ich hole mein (Freiland-)Exemplar im Winter ins Treppenhaus.
Da ich außer Pfefferminztee keine Kräutertees mag, verwende ich Gulan in Salaten oder Gemüse, aber am liebsten auf 'Butter'brot. Ich liebe dieses Kraut nicht wegen seiner Wirkstoffe, sondern ich mag einfach seinen unverwechselbaren Geschmack (wenn es auch noch gesund ist, nehme ich das aber gerne in Kauf ;) )
Der Geschmack ist nicht ganz leicht zu beschreiben: Insgesamt intensiv, kräftig, herb, ohne aufdringlich zu sein, etwas 'grasig' mit einer kleinen süßen Note, die dezent an Lakritz erinnert (Gulan schmeckt aber nicht nach Lakritz!).




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Offline wamaschu

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Video mit Rezept für eine köstliche Wildkräutersuppe zum Nachkochen
« Antwort #36 am: 16. Oktober 2012, 15:52 Uhr »
Ich durfte vor laufender Kamera meine Lieblingssuppe für den Kölner Stadtanzeiger kochen. Schade, dass Ihr nicht riechen könnt, wie köstlich die Suppe nach Champigons geduftet hat. Das kommt vom Spitzwegerich!


Hier könnt Ihr mich bei der Arbeit sehen: Für's Internet-TV des Kölner Stadtanzeiger koche ich mit der Journalistin Miriam Betancourt vor laufender Kamera eine "Wilde Suppe nach Wiesenart". Das Rezept gibt es dazu:

http://www.ksta.de/geniessen/aber-bitte-mit-ohne-kraeutersuppe-nach-wiesenart,15951384,20564110.html

 :hunger:
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Re: Wildkräuter und Pflanzenbestimmung
« Antwort #37 am: 05. November 2012, 14:47 Uhr »
Hallo von der vegetarischen Kräuterhexe ;-)

Der Kölner Stadtanzeiger hat mich bei der Suche nach Essbarem in der Natur begleitet und daraus eine vierteilige Internet-Video-Reihe gemacht. Ein kleiner Pflanzen-Bestimmungskurs!
Das erste Video ist heute online gegangen: Fichtensamen, Giersch,  Knoblauchsrauke und Waldmeister werden vorgestellt:

http://www.ksta.de/geniessen/neue-serie-essen-aus-dem-wald,15951384,20791898.html

Offline wamaschu

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Re: Wildkräuter und Pflanzenbestimmung
« Antwort #38 am: 14. November 2012, 15:26 Uhr »
Hallo von der vegetarischen Kräuterhexe!

Jetzt ist der 2. Teil der Kräuterführung online: "Essen von der Wiese"
Hier lernt ihr Spitzwegerich und Gundermann kennen:

http://www.ksta.de/ernaehrung/neue-serie-essen-von-der-wiese,15938556,20850528.html

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Re: Wildkräuter und Pflanzenbestimmung
« Antwort #39 am: 27. November 2012, 13:27 Uhr »
Online-Wildpflanzenkurs mit mir - alle 4 Teile online:
Essen aus dem Wald, Essen von der Wiese, Essen vom Strauch, Essen für den Naturschutz.
http://www.ksta.de/geniessen/neue-serie-essen-aus-dem-wald,15951384,20791898.html

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Re: Wildkräuter und Pflanzenbestimmung
« Antwort #40 am: 11. Februar 2014, 15:24 Uhr »
Der Frühling kommt langsam in Sicht (hoffe ich jedenfalls), deshalb wird es höchste Zeit, diesen Thread wiederzubeleben :hasi2:


Löwenzahn
Taraxacum officinale

Der Löwenzahn, der auch unter den Namen Kuhblume, Butterblume, Ackerzichorie, Schmalzblümlein, Pusteblume, Millidistel bekannt ist, gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). 'Den' Löwenzahn gibt es genaugenommen nicht: Allein in Deutschland kommen etwa 280 Arten und Unterarten vor, die untereinander fruchtbar sind und Mischformen hervorbringen. Der Löwenzahn ist verwandt z.B. mit  Kopf- und Endiviensalat, Lattich, Habichtskraut, Klette, Kamille, Arnika, Echinacea, Gänseblümchen, Wegwarte, Schafgarbe, Korn-, Ringel und Sonnenblume, aber auch mit Estragon, Artischocke (und anderen Disteln), Schwarzwurzel und Tobinambur. Er wächst bevorzugt auf nassem, verdichteten Boden, der reich an Stickstoff und Calcium ist, kommt aber mit fast allen Böden zurecht.

Der Löwenzahn zählt zu den Heilpflanzen, lässt sich aber auch in der Küche gut verwenden. Als Inhaltstoffe sind zu nennen Bitterstoffe, die appetitanregend und verdauungsfördernd wirken, Cholin, das den Gallefluss anregt, Inulin, ein Ballaststoff, der Bifidus- und Milchsäurebakterien im Dickdarm als Nahrung dient, Gerbstoffe (Tannine) und Glycoside. Löwenzahn enthält viel Calcium, Natrium, Schwefel, Natrium, Kieselsäure und viel Vitamin A und C. Insgesamt gilt Löwenzahn als verdauungsanregend, Magen und Leber stärkend sowie stark harntreibend, weshalb Nierenkranke ihn nur vorsichtig verwenden sollten.

Und Löwenzahnblätter schmecken – die jungen dezent bitter, die älteren, die mehr der guten Inhaltsstoffe enthalten, kräftig. In der Küche verwenden kann man von der Pflanze Wurzel, Blätter und Blüten. Die Blätter kann man jedem Salat (die jungen ganz, die älteren kleingeschnitten), jeder Kräutersoße, vielen gedünsteten Gemüsearten oder auch Vrischkäse beifügen.



Rezepte:

Löwenzahnsalat:
Man sammelt im Garten oder abseits von Straßen junge Löwenzahnblätter und spült sie gründlich mit  kaltem Wasser ab. Das Waschen, oder gar Einlegen in warmem Wasser, wie es manchmal empfohlen wird, entzieht den Blättern nicht nur die Bitterstoffe, sondern auch andere gesunde Inhaltstoffe.

Dressing 1: Eine kleine Zwiebel fein würfeln und mit etwas Salz bestreuen, damit sie etwas Schärfe verliert. Etwa 15 Minuten stehen lassen. Anschließend 1 EL Essig, 1 EL Öl nach Geschmack, ¼ TL Zucker, 100ml Soyacuisine oder ähnliches und 2 EL fein geschnittenen Dill dazugeben.

Dressing 2: 25 ml Zitronensaft, 25 ml Ahornsirup und 25ml Walnussöl verrühren und mit Pfeffer und Salz abschmecken. Nun hackt man einige Walnusshälften und gibt sie dazu. Nun die Blätter mit dem Dressing vermischen.
Abschließend brät man dünn geschittene Räuchertofu-Streifen in etwas neutralem Öl knusprig an und gibt sie als Topping auf den Salat.


Löwenzahn-Pesto:
Man vermischt 80-100g leicht angeröstete Sonnenblumenkerne, Cashew oder Walnüsse, 150ml Olivenöl, 2 gehackte Knoblauchzehen und 100g kleingeschnittene Löwenzahnblätter (junge und ältere gemischt, je nach Geschmack) und pürriert sie gut. Anschließend gibt man 1 EL Hefeflocken, Salz und Pfeffer dazu. Wer mag, kann mit etwas Zitronensaft abschmecken.

Das Pesto entweder sofort als Brotaufstrich oder Nudelsoße verwenden. Wenn man es aufheben will, muss über dem Pesto eine dünne Ölschicht stehen, da das Pesto sich sonst verfärbt. Im Schraubglas mit Öl bedeckt hält sich das Pesto im Kühlschrank mehrere Wochen.


Löwenzahnhonig:
3-4 Tassen Löwenzahnblüten
½ l Wasser
½  kg Zucker
½  Zitrone, Saft und abgeriebene Schale

Man gibt die Blüten in einen großen Topf, gießt das Wasser darüber und lässt das Ganze zugedeckt 2 bis 4 Stunden ziehen. Anschließend bringt man alles zum Kochen und nimmt den Topf sofort vom Herd, lässt den Sud abkühlen und bis zum nächsten Tag durchziehen.
Nun filtert man die Blüten ab, gibt den Zucker, Zitronensaft und Zitronenschale zur Flüssigkeit und kocht sie unter ständigem Rühren auf. Nachdem sie aufgekocht ist, die Hitze runterschalten und auf ganz kleiner Flamme solange einkochen, bis sie Fäden zieht (das kann dauern!). Wenn der Löwenzahnhonig auf einem kalten Teller eine honigartige Konsistenz hat, ist er fertig.
Nun den Honig heiß in Schraubgläser füllen, gut verschließen und umgedreht auskühlen lassen.


Und zum Schluss noch etwas für Experimentierfreudige:
Löwenzahn-Kaffee:
Wurzeln des Löwenzahns im zeitigen Frühjahr oder späten Herbst (die Pflanze muss gut abgeblüht sein) ausgraben, gut waschen und abtrocknen. Dann schneidet man sie in kleine Würfelchen und trocknet sie. Sind sie durchgetrocknet, breitet man sie auf einem Backblech aus und röstet sie bei ca.225°C etwa 15 Minuten, wobei man sie ein- bis zweimal wendet.
Nach dem Abkühlen kann man sie in einem Schraubglas aufbewahren. Gemahlen werden sie am besten kurz vor der Verwendung. Pro Tasse übergießt man 1 TL Löwenzahn-Kaffeepulver mit kochendem Wasser, lässt das Ganze zugedeckt ca.5 Minuten ziehen (nicht länger, sonst wird er zu bitter) und gießt den Kaffee durch ein Sieb.
Man süßt nach Geschmack und verfeinert den Kaffee evtl. mit etwas Zimt und Pflanzenmilch.

Quellen:
Harding, Jennie: Kräuterbibel, Parragon Verlag, Bath UK.
http://www.biologie.uni-ulm.de/lehre/bestueb/asterace.htm
http://www.fsbio-hannover.de/oftheweek/124.htm
http://heilkraeuter.de/lexikon/l-zahn.htm
http://www.uni-koeln.de/math-nat-fak/botanik/exkursionen/gew%E4chshaus/asteraceae.htm

Quelle: Ebony ;)



edit: Ich merke gerade, dass die links ins Nichts führen :( . Ich werde mal schauen, ob ich sie besser hinbekomme.
edit2: Done.
« Letzte Änderung: 16. Februar 2014, 16:40 Uhr von Ebony »
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Offline funky

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Re: Wildkräuter und Pflanzenbestimmung
« Antwort #41 am: 12. Februar 2014, 13:43 Uhr »
 :korrekt: Ohja, ich freue mich schon auf die Löwenzahnsaison zwecks Honigmachens. :))

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Offline Ebony

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Re: Wildkräuter und Pflanzenbestimmung
« Antwort #42 am: 17. Februar 2014, 10:27 Uhr »
Habe ich gerade gelesen  :uat: :
Forscher der Universität Münster und des Fraunhofer Instituts wollen aus dem Wurzelsaft des Löwenzahns Gummi gewinnen. Der Autospezialist Continental ist interessiert und finanziert eine Pilotanlage.

Da bin ich mal gespannt, wie schnell Monsanto oder Syngenta Interesse bekunden und sich den ersten Gen-Löwenzahn nebst passendem Herbizid patentieren lassen.
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Offline Ebony

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Re: Wildkräuter und Pflanzenbestimmung
« Antwort #43 am: 24. April 2014, 21:31 Uhr »
Sauerampfer
(Rumex acetosa)


Der Sauerampfer gehört zu den Knöterichgewächsen. Er ist in ganz Europa heimisch und wächst gut auf Böden, die reich an Stickstoff und Eisen sind. Bevorzugt wird ein feuchter Standort in voller Sonne oder im Halbschatten (bei mir wächst er üppig am Ufer des kleinen Gartenteichs). Er sät sich immer wieder selbst aus. Verwendet werden hauptsächlich die jungen Blätter. Sie sind zarter und die älteren Blätter schmecken manchmal recht herb. Ich verwende sie aber auch in Suppen oder Soßen. Neben dem 'normalen' Sauerampfer gibt es den Blutampfer (erkennbar an den roten Blattadern) und den römischen Sauerampfer (hat die kleinsten Blätter und am meisten Säure).


Die Erntezeit beginnt im März/April und reicht bis in den Herbst. Für den Winter friere ich ihn in Streifen geschnitten portionsweise ein. Er verliert dann zwar etwas Aroma, lässt sich aber dennoch gut zum Würzen verwenden.

Die Blätter enthalten Tannine (Gerbstoffe), viel Vitamin A und C, Mineralstoffe (bes. Kalium) und Oxalsäure. Die Oxalsäure hemmt die Kalziumresorption im Körper und wirkt daher in größerer Menge giftig. Auch Nierenkranke und Schwangere sollten keinen Sauerampfer essen. Bei Gesunden wirkt er harntreibend und blutreinigend. Ein Aufguss aus den Blättern wirkt als Gurgelmittel gegen Halsschmerzen.

In der Küche verwendet werden die Blätter als Salat, Suppen, Soßen (Sauerampfer ist eines der fünf Kräuter für die Frankfurter Grüne Soße) oder als Gewürz. Die Triebspitzen und Blütenknospen kann man gekocht zu Gemüse (Zucchini) und Tomaten geben. Linseneintöpfen geben sie ein gutes Aroma. Sie können aber wie die Blätter auch als Gewürz zu Dips, Soßen, Suppen etc. gegeben und in Smoothies verarbeitet werden. Aus den Samen und getrockneten Wurzeln kann ein Tee zubereitet werden.
Die Oxalsäure kann entfernt werden, wenn man die Blätter blanchiert oder kocht und das Kochwasser weg gießt oder wenn man Sauerampfer zusammen mit calciumreichen Nahrungsmitteln (Mandeln, Haselnüsse, Soja, Kresse, Grünkohl, Broccoli, Petersilwurzel, Lauch, Weizenkeime, Vollkornbrot...) verwendet, da Calcium die Oxalsäure bindet und sie so nicht mehr resorbiert werden kann.

Rezepte:
Sauerampfersuppe
Eine Schüssel Sauerampfer in feine Streifen schneiden. Evtl. blanchieren.
In ¼ l kräftige Gemüsebrühe + ¼ l Silch eine große mehlige Kartoffel (kleingeschnitten) weich kochen.
Sauerampfer dazugeben und 15 Minuten ziehen lassen.
Abschmecken mit Pfeffer, Salz und z.B. Knoblauch, Bärlauch, Weißwein.
Pürrieren.

Sauerampfersalat mit Tomaten
400 g junge Blätter von Sauerampfer in Streifen schneiden.
4 Tomaten achteln.
100 g Räuchertofu in Stifte schneiden und in Öl cross anbraten.
Sauerampfer und Tomaten auf Tellern anrichten und den Tofu darüber geben.
2 Scheiben Toastbrot entrinden, in kleine Würfel schneiden und in der Pfanne mit Öl anrösten.
Ein Dressing zubereiten aus
4 EL Essig,
2 EL Wasser,
1 TL mittelscharfen Senf,
1 TL Agavendicksaft oder Löwenzahnhonig,
4 EL Öl (sehr gut schmeckt Walnussöl).
Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Das Dressing über den Salat geben und mit den Brotwürfeln bestreuen.

Anstatt der Croûtons kann man auch geröstete Pinienkerne, Nüsse oder Sonnenblumenkerne nehmen.

Sauerampfer-Pesto
30g Pinienkerne ohne Öl rösten.
Eine gute Handvoll jungen Sauerampfer klein schneiden (evtl. vorher Stiele entfernen).
Mit 1 TL Hefeflocken,
½ TL Schabziegerklee-Pulver und
50 ml Olivenöl
in ein hohes Gefäß geben und fein pürrieren.

Quellen: Harding, J.: Kräuterbibel.
Fleischhauer, S.G.,  Guthmann, J., Spiegelberger, R.: Essbare Wildpflanzen.
Reuss, P.: Kochen mit Wildpflanzen.

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Offline kleine1002

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Re: Wildkräuter und Pflanzenbestimmung
« Antwort #44 am: 25. April 2014, 09:44 Uhr »
Also den Blutampfer kann man genauso verwenden? Der steht hier nämlich überall rum.

Ich war die Tage erst mal auf Bärlauchjagd im Wald. Pesto ist super geworden!