Autor Thema: Christentum und Homophobie  (Gelesen 10553 mal)

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Offline katjes

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Re: Christentum und Homophobie
« Antwort #15 am: 23. Mai 2012, 18:06 Uhr »
Ich verstehe nicht, warum töten nicht immer morden ist, meine mich aber daran erinnern zu können, dass im Hebräischen töten steht, aber das werde ich noch rausfinden.

Jesus weitet die Gebote sogar aus: Er gibt das Doppelgebot der Liebe: Nicht mehr Du sollst Gott lieben und ehren, sondern du sollst Gott und Deinen Nächsten lieben und dazu gehört das Töten von wem auch immer sicher nicht dazu.

Offline kleine1002

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Re: Christentum und Homophobie
« Antwort #16 am: 23. Mai 2012, 18:13 Uhr »
Naja, "Mord" ist in unserem Strafrecht ja auch speziell definiert. Im Dekalog schließt "Töten" Todesstrafe, Kriegsdienst, Tiertötung und Selbsttötung nicht mit ein. Gemeint sind Morde aus niederen Beweggründen, etwa so wie Mord bei uns heut auch definiert ist. Quelle: Calwer Bibellexikon
 

Vielen Dank von

Nescius

Offline Hannes Benne

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Re: Christentum und Homophobie
« Antwort #17 am: 23. Mai 2012, 18:20 Uhr »
Zitat
Ich verstehe nicht, warum töten nicht immer morden ist, meine mich aber daran erinnern zu können, dass im Hebräischen töten steht, aber das werde ich noch rausfinden.

Selbsttötung, Tötung auf Verlangen, Abtreibung, Tötung von Wesen ohne Interessen (Pflanzen, Mikroorganismen), ... sind beispielsweise kein Mord.
Oder wenn man versehentlich jemanden tötet, z.B. jemanden überfährt weil man in auf der dunklen Straße zu spät gesehen hat, ist das auch kein Mord.
(Bei einigen Punkten widerspricht man mir da möglicherweise, aber das Prinzip ist klar, denke ich.)

"Mord steht allgemein für ein vorsätzliches Tötungsdelikt, dem gesellschaftlich ein besonderer Unwert zugeschrieben wird. In der Regel unterscheiden historische und aktuelle Strafrechtssysteme zwischen einer einfachen oder minder qualifizierten vorsätzlichen Tötung und einer besonders verwerflichen Form, nach deutschem Sprachgebrauch dem „Mord“. (wiki)

"Mörder ist, wer aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus nied­rigen Beweggründen, heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder um eine an­dere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken, einen Menschen tötet." (StGB Par. 211, Abs. 2)

Zitat
Jesus weitet die Gebote sogar aus: Er gibt das Doppelgebot der Liebe: Nicht mehr Du sollst Gott lieben und ehren, sondern du sollst Gott und Deinen Nächsten lieben und dazu gehört das Töten von wem auch immer sicher nicht dazu.

Wenn man Homosexuelle trifft, ist es wohl ein Zeichen der Nächtenliebe, ihn zu töten. Naja, die Gebote widersprechen sich eben. Die Bibel ist nen ziemlich vermurkstes Buch.
http://abolitionismus.de/ - Tierausbeutung abschaffen statt reformieren

Offline katjes

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Re: Christentum und Homophobie
« Antwort #18 am: 23. Mai 2012, 18:25 Uhr »
Vielleicht bin ich ja schwer von Begriff, aber hast Du jetzt behauptet, dass das Töten von Homosexuellen der Bibel nach Nächstenliebe sein soll? Wie kommst Du darauf?

Offline Hannes Benne

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Re: Christentum und Homophobie
« Antwort #19 am: 23. Mai 2012, 18:27 Uhr »
Das war nichts ganz ernst gemeint; Sarkasmus.
http://abolitionismus.de/ - Tierausbeutung abschaffen statt reformieren

Ralik

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Re: Christentum und Homophobie
« Antwort #20 am: 23. Mai 2012, 18:43 Uhr »
Das 6. bzw. 5. Gebot heißt, korrekt übersetzt: Du sollst nicht morden (morden: ratsah; töten: harag). Ist hier ganz gut erklärt:
http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/6703

Die entsprechende Stelle mit dem Tötungsgebot für Männer, die miteinander Sex haben, nicht für Homosexuelle, denn das Konzept ist in der Bibel sicherlich noch nicht belegt, hat Hannes ja zitiert (Lev. 20:13).

Radikale Christen leiten aus der Aussage in Mt. 5:17-19, also in der Bestätigung dessen, was die Propheten vor ihm gesagt haben, eine Verfolgung, im Extremfall erlaubte Tötung von Homosexuellen ab.

Das ist aber nun nicht die Meinung offizieller Großkirchen, da reicht Unterdrücken ::). Im katholischen Katechismus steht z.B.:

2357: "... Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz, denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen.“

2358 „Eine nicht geringe Anzahl von Männern und Frauen haben tief sitzende homosexuelle Tendenzen. Diese Neigung, die objektiv ungeordnet ist, stellt für die meisten von ihnen eine Prüfung dar. Ihnen ist mit Achtung, Mitgefühl und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgend einer Weise ungerecht zurückzusetzen. Auch diese Menschen sind berufen, in ihrem Leben den Willen Gottes zu erfüllen und, wenn sie Christen sind, die Schwierigkeiten, die ihnen aus ihrer Verfasstheit erwachsen können, mit dem Kreuzesopfer des Herrn zu vereinen.“

2359 „Homosexuelle Menschen sind zur Keuschheit gerufen. Durch die Tugenden der Selbstbeherrschung, die zur inneren Freiheit erziehen, können und sollen sie sich – vielleicht auch mit Hilfe einer selbstlosen Freundschaft –, durch das Gebet und die sakramentale Gnade Schritt um Schritt, aber entschieden der christlichen Vollkommenheit annähern.“

Vielen Dank von

Nescius, Hannes Benne, Lantha

Ralik

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Re: Christentum und Homophobie
« Antwort #21 am: 23. Mai 2012, 18:59 Uhr »
Im NT gibt es aber noch eindeutige verurteilende Aussagen zum Thema.

Röm. 1,26-27: 26 Darum lieferte Gott sie entehrenden Leidenschaften aus: Ihre Frauen vertauschten den natürlichen Verkehr mit dem widernatürlichen;
27 ebenso gaben die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in Begierde zueinander; Männer trieben mit Männern Unzucht und erhielten den ihnen gebührenden Lohn für ihre Verirrung.

1. Kor. 6,9: 9 Oder wisst ihr nicht, dass die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Lasst euch nicht irreführen! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder,
10 Diebe, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder Räuber werden das Reich Gottes ererben.

1. Tim. 1, 8-10: 8 Wir wissen aber, dass das Gesetz gut ist, wenn es jemand recht gebraucht,
9 weil er weiß, dass dem Gerechten kein Gesetz gegeben ist, sondern den Ungerechten und Ungehorsamen, den Gottlosen und Sündern, den Unheiligen und Ungeistlichen, den Vatermördern und Muttermördern, den Totschlägern,
10 den Unzüchtigen, den Knabenschändern, den Menschenhändlern, den Lügnern, den Meineidigen und wenn noch etwas anderes der heilsamen Lehre zuwider ist,

Die Übersetzung "Knabenschänder" ist eine unzutreffende Interpretation. Das griechische Wort, ἀρσενοκοῖται, bezieht sich auf den Geschlechtakt zwischen Männern und hat nichts mit Missbrauch an Kindern zu tun.

Vielen Dank von

Hannes Benne, Lantha, Nescius

Nescius

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Re: Christentum und Homophobie
« Antwort #22 am: 23. Mai 2012, 19:07 Uhr »
Danke, Ralik. Sehr interessant!

Ich erinnere mich an den Auftritt von Bischof Overbeck, der in der Sendung von Anne Will (Homosexuell), bei dem auch Rosa von Praunheim (Homosexuell) Gast war, die Widernatürlichkeit der Homosexualität propagierte. Anne Will verlore kein Wort darüber. Das so etwas möglich ist, zeigt, wie rückständig und unaufgeklärt das gesellschaftliche Bewusstsein noch immer ist.

"Die Kritik der Religion ist die Voraussetzung aller Kritik." (Karl Marx)
(Aller gesellschaftlichen Kritik, merke ich an).

Offline Lantha

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Re: Christentum und Homophobie
« Antwort #23 am: 25. Mai 2012, 23:18 Uhr »
@kleine: Ich hätte gern mal ein Statement zu Raliks beiden Posts.
LG Lantha
Reden ist nicht sagen und hören nicht verstehen. (RM)

Offline kleine1002

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Re: Christentum und Homophobie
« Antwort #24 am: 26. Mai 2012, 10:19 Uhr »
 ???  Was denn für ein Statement?

Offline Simona1978

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Re: Christentum und Homophobie
« Antwort #25 am: 26. Mai 2012, 10:26 Uhr »
Mattäus 7,1-5 1 Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!
2 Denn mit welchem Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden,
und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden.
3 Was aber siehst du den Splitter, der in deines Bruders Auge ist,
den Balken aber in deinem Auge nimmst du nicht wahr?
4 Oder wie wirst du zu deinem Bruder sagen: Erlaube,
ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und siehe,
der Balken ist in deinem Auge ? 5 Heuchler, zieh zuerst
den Balken aus deinem Auge! Und dann wirst du klar sehen,
um den Splitter aus deines Bruders Auge zu ziehen.
 
Jesaja 33:22 Der Herr (oder Jahwe je nach Übersetzung) ist unser Richter.....
 
Prediger 8 Vers 9:Das alles habe ich gesehen, und habe mein Herz auf alles Tun gerichtet, welches unter der Sonne geschieht, zur Zeit, wo der Mensch über die Menschen herrscht zu ihrem Unglück.
Jedermann recht getan, ist eine Kunst die niemand kann!

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Offline Lantha

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Re: Christentum und Homophobie
« Antwort #26 am: 26. Mai 2012, 13:31 Uhr »
???  Was denn für ein Statement?
Was sagen denn nun Christen zu diesen Zitaten?
LG Lantha
Reden ist nicht sagen und hören nicht verstehen. (RM)

Offline kleine1002

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Re: Christentum und Homophobie
« Antwort #27 am: 28. Mai 2012, 14:05 Uhr »
Hm, kannst du es präzisieren? Also meinst du jetzt die allgemeine Meinung zur Homosexualität oder meinst du jetzt eher die exegetische Auslegung dieser konkreten Stellen?
 

Ralik

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Re: Christentum und Homophobie
« Antwort #28 am: 28. Mai 2012, 14:58 Uhr »
Für einen groben Überblick, wie verschiedene christliche Richtungen zum Thema stehen, kann man sich schon mal bei Wikipedia orientieren: Homosexualität und Christentum.

Nescius

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Re: Christentum und Homophobie
« Antwort #29 am: 29. Mai 2012, 22:49 Uhr »
Hier die Rückseite.

"Niemand soll stigmatisiert, diskriminiert, verurteilt werden"
gleich darunter:
"der BKÄ verneint [...] eine homosexuelle Wertegemeinschaft".

Tja. Willkommen im 21.Jahrhundert. Das Christentum muss leider draußen bleiben.

Vielen Dank von